Datum: 17. Februar 2014

GRÜNE protestieren in Frauenstein: Massentierhaltung ist eine Sauerei!

Sachsens GRÜNE haben am Montag vor einer Schweinemastanlage in Frauenstein (Mittelsachsen) gegen Massentierhaltung protestiert. Unter dem Slogan „Stoppt diese Sauerei!“ entfalteten Michael Weichert, landwirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN-Landtagsfraktion und der Landesgeschäftsführer Hubertus Grass gemeinsam mit der Tierrechtsgruppe Dresden Plakate mit Aufschriften wie „Tiere sind keine Ware“. Auch grüne Ballons mit Protestkarten stiegen an diesem Vormittag in den frühherbstlichen Himmel.
Michael Weichert bewertete den Koalitionsvertrag, den CDU und FDP in der letzten Woche im Freistaat aushandelten, "als Festschreibung einer Landwirtschaftspolitik, die die Massenproduktion zur Richtschnur macht und das Leiden der Tiere in den Agrarfabriken weiterhin mit Steuergeldern subventioniert."
Im Koalitionsvertrag von CDU und FDP heißt es: "Wir setzen auf eine stärkere Marktausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen Landwirtschaft…Wir unterstützen die Vermarktung und den Export von sächsischen Agrarprodukten und Lebensmitteln…Wir unterstützen die konventionelle und die ökologische Landwirtschaft. Dabei halten wir an einer hohen Investitionsförderung fest." (S. 33)
Das bedeute im Klartext, so Weichert und Grass, dass die neue Landesregierung weder auf Qualität, Gesundheit noch Tierschutz Wert lege, sondern sich einzig und allein an der scheinbaren Produktivität orientiere. Die Steuerzahler finanzieren die tierquälerische Massentierhaltung z.B. durch Investitionssubventionen, die solche Betriebe vom Staat erhalten.
Beide sind überzeugt: "Nur eine artgerechte Tierhaltung ist gut für Tiere. Sie schont die Umwelt und das Klima und sichert die Existenz der bäuerlichen Betriebe. Artgerechte Tierhaltung und nicht Agrarfabriken brauchen wir zur Entwicklung der ländlichen Regionen und zum Erhalt der Kulturlandschaft in Sachsen. Nötig ist eine andere Weichenstellung in der Agrarpolitik auf allen Ebenen."
Diese Weichenstellung ist mit Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) erwartungsgemäß nicht zu machen. Er hält weiter an der Massentierhaltung fest und fordert sogar deren Ausbau im Freistaat. Dabei bezieht er sich auf die vorhandenen Gesetze. Für die Tiere sei nicht nur ein Mindestmaß an Platz vorgeschrieben. Auch die Größe der Futtertröge oder die Beschaffenheit der Fußböden sei geregelt. „Das ist richtig“, entgegnet Weichert und ergänzt: „Jedem Schwein stehen laut Schweineverordnung knapp 0,7 qm Fläche zur Verfügung. Das ist unwesentlich mehr als die Fläche eines Wahlplakates. Wer meint, dies sei für ein Schwein genug Platz, ist ein Sadist.“

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