PM 2010-204: Natürliche Feinde des Kormorans erliegen Vergiftungen durch bleihaltige Jagdmunition
Zur Ankündigung von Umweltminister Frank Kupfer (CDU) die noch bis Jahresende gültige Kormoranverordnung zu verlängern, erklärt Johannes Lichdi, naturschutzpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag:
"Nur wer ein mechanisches Weltbild hat, kann von einer langfristig erfolgreichen Regulierung der Kormoranbestände durch die Jagd ausgehen."
"So lange die natürlichen Feinde des Kormorans wie der Seeadler durch die Verwendung von bleihaltiger Jagdmunition regelmäßig Vergiftungen erliegen, wird der ministeriell angestrebte neue Bleiregen zur Farce."
"Kormorane nisten häufig innerhalb von Vogelschutzgebieten und somit in der unmittelbaren Nähe von streng geschützten und seltenen Vogelarten. Darum bewirken die Vergrämungsabschüsse nicht nur einen Rückgang der Kormorane, sondern schädigen auch weitere Arten wie Rohrweihe und Rotmilan."
Hintergrund:
In Sachsen leben derzeit 30–40 Seeadler-Brutpaare. Sie gelten aufgrund ihrer extremen Seltenheit mindestens als ’stark gefährdet‘.
Nach den einschlägigen Studien aus der Wildtierforschung stirbt ca. ein Drittel aller Seeadler an den Rückständen von Bleimunition in der Beute. Unter diesen negativen Randbedingungen ist eine Vergrößerung der Seeadlerpopulation unwahrscheinlich.