GRÜNE: Von knapp 1.000 Beschäftigten der Sächsischen Aufbaubank (SAB) sind 198 lediglich als Leiharbeiter beschäftigt
Zais: Die Staatsregierung toleriert Missbrauch der Leiharbeit bei der SAB
(2018-317) Dresden. Welche Rolle spielt Leiharbeit beim Freistaat Sachsen sowie in nachgelagerten Institutionen und Unternehmen? Dies wollte die Landtagsabgeordnete Petra Zais, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag, mit einer Kleinen Anfrage an die Sächsische Staatsregierung in Erfahrung bringen.
In der Antwort von Finanzminister Dr. Matthias Haß (CDU) auf die Anfrage wird ein besonders hoher Anteil von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) und deren lange Verweildauer dort eingeräumt.
„Von den knapp 1.000 Beschäftigten der SAB sind 198 lediglich als Leiharbeiterinnen bzw. Leiharbeiter beschäftigt. Im Durchschnitt bleiben sie 35,5 Monate dort. Damit wird die Kernfunktion der Leiharbeit, das Bewältigen von Auftragsspitzen, ad absurdum geführt. Die Leiharbeit wird hier mit Billigung der Staatsregierung massiv missbraucht“, zeigt sich die Arbeitsmarktpolitikerin verärgert.
Welche Auswirkungen das auf die Arbeitsverhältnisse hat, kann in Bewertungsportalen im Internet nachgelesen werden. Unter Überschriften wie >>Man wird ausgenutzt, bis man nicht mehr kann und anschließend abserviert<< oder >>2 Jahre Peitsche ohne Zuckerbrot und bei der Abrechnung Leiharbeit<< schildern ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Erfahrungen mit der SAB. Sie sprechen zudem von Ungleichbehandlung zwischen Festangestellten und Leiharbeiter/innen.
„Selbst die aktuelle Bundesgesetzgebung sieht vor, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die länger als 18 Monate in einem Entleihbetrieb arbeiten, dort eingestellt werden müssen“, empört sich Zais. „Die Staatsregierung redet gern von>>guter Arbeit<<. Bei der SAB kann davon aber keine Rede sein. Arbeitsminister Martin Dulig und Finanzminister Dr. Matthias Haß sitzen beide im Verwaltungsrat der SAB können mitbestimmen. Sie müssen endlich dafür sorgen, dass der Freistaates mit gutem Beispiel vorangeht anstatt prekäre Arbeitsverhältnisse auch noch zu fördern. Bei Arbeit, die nicht auf Dauer angelegt ist, handelt es sich um ein prekäres Arbeitsverhältnis.“