PM 2009-089: Ostern ohne Meister Lampe? – Sachsen hat bundesweit die geringsten Hasenbestände
"Der Feldhase fühlt sich im bundesweiten Vergleich in Sachsen am Unwohlsten. Ihm fehlen ausreichende und gute Nahrung sowie genügend Deckung vor Feinden", informiert der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Johannes Lichdi zum Osterfest. "Tummeln sich in der Bundesrepublik durchschnittlich 14 Feldhasen pro Quadratkilometer sind es in Sachsen nur etwa drei. Das muss sich ändern!"
Lichdi sieht die Ursachen für die niedrigen Bestände an Feldhasen in den oft ausgeräumten Agrarlandschaften Sachsens. Meister Lampe findet in der freien Landschaft oft keine Deckung vor Feinden. Viele Wildkräuter, die Lieblingsspeise des Hasen, werden in Sachsen oft mit Unkrautvernichtungsmitteln flächendeckend totgespritzt.
"Wir brauchen in Sachsen keine asphaltierten Feldwege, sondern mehr Brachestreifen entlang der Felder, Wege und Hecken. Dazu müssen die Agrarumweltmaßnahmen dringend reformiert werden. Im Moment ist dieses Förderinstrument aus Naturschutzsicht ein zahnloser Tiger. Umweltminister Frank Kupfer hat also viel zu tun, wenn er nicht will das Meister Lampe Sachsen endgültig den Rücken kehrt", erläutert Lichdi.
Hintergrund:
Die niedrigen Bestandszahlen des Hasens in Sachsen ordnen sich in die Gesamtsituation der Artenvielfalt in der sächsischen intensiven Agrarlandschaft ein. Zweidrittel der Tier- und Pflanzenarten in der intensiven Agrarlandschaft sind gefährdet.
Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN bezieht sich auf Feldhasenzählungen des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) von 2008 (PDF).