Datum: 09. August 2006

PM 2006-272: H5N1 – Möglichkeit der Impfung prüfen

Kritik an mangelnder Aufklärung der Wermsdorfer Vogelgrippeinfektion
Eine Woche nach der Entdeckung des H5N1-Virus bei einem Trauerschwan-Jungtier im Dresdner Zoo konnte für die übrigen Zoo-Vögel Entwarnung gegeben und damit auch die angedrohte Tötung der 720 Tiere abgewendet werden. Elke Herrmann, gesundheitspolitische Sprecherin der GRÜNEN-Fraktion, fordert die Behörden bei ähnlichen Fällen in Zukunft zur Besonnenheit auf: „Bei vereinzelten H5N1-Infektionen an Stall- oder Zoovögeln sollte geprüft werden, ob eine Impfung des übrigen Vogelbestand gegen Vogelgrippe nicht eine ausreichende Schutzmaßnahme darstellt. Das ist in den Niederlanden bereits erfolgreich praktiziert worden“, so die Abgeordnete.
Anlässlich des neuen Falls verweist sie jedoch darauf, dass die von der Landesregierung versprochene lückenlose Aufklärung über die Ursachen der H5N1-Infektion in Wermsdorf noch immer nicht erfolgt sei. Dort mussten im Frühjahr dieses Jahres etwa 30.000 Puten wegen der Tierseuche getötet werden.
Die Annahme, dass infizierte Wasservögel aus dem nahen Teichgebiet das H5N1-Virus übertragen hätten, konnte trotz Untersuchungen bis heute nicht bestätigt werden. „Aus Erklärungsnot schob man seitens der Behörden den ‚Schwarzen Peter’ des Virusüberträgers einem Sperlingsvogel zu. Das entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage. Sperlingsvögel wurden nach Aussagen des renommierten Friedrich Loeffler Instituts noch nie als H5N1-Träger in Europa nachgewiesen“, erklärt die Abgeordnete. „Ich vermute daher, dass das Virus häufig über importierte Futtermittel eingeschleppt wird. Dieser Gefahr kann nur mit der Einschränkung der Importe von Futtermitteln und Junggeflügel begegnet werden.“

Links zur Vogelgrippe:
http://www.bmelv.de/cln_044/nn_754188/DE/07-SchutzderTiere/Tierseuchen/Vogelgrippe/Gefluegelpest-FragenAntworten.html
http://www.welt.de/data/2005/11/29/810253.html?prx=1