Datum: 12. Februar 2014

Fachgespräch Energetische Gebäudesanierung – „Investitionsprogramm für Erneuerbare Wärme und Energieeinsparungen im Altbau“

Angesichts der Dringlichkeit relevanter Klimaschutzmaßnahmen und des Atomausstiegs haben wir unseren Entwurf  zum „Investitionsprogramm für Erneuerbare Wärme und Energieeinsparungen im Altbau’“ am 16.05.2011 den Fachleuten aus den Bereichen Wohnungswirtschaft, Bauwirtschaft, Handwerk, Erneuerbare Energien und Finanzen.
Rund 30 geladene Gäste folgten der Einladung in den Landtag.
Referent Claus Krüger vom Vorstand der Sächsischen Architektenkammer, hob besonders die Notwendigkeit der fachlichen korrekten Energieberatung und deren mögliche Kontrolle in den Vordergrund. Zudem mahnte er, Nachhaltigkeits-anforderungen an die einzusetzenden Materialien zu stellen. Eine Liste von qualifizierten Energieberatern würde für 2012 vorbereitet.    
Verbandsdirektor Siegfried Schneider vom sächsischen Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e. V. (vdw), machte besonders auf das bestehende  Dilemma zwischen Mieter und Vermieter aufmerksam. Klimarelevante Investitionen werden vom Vermieter geleistet, die Einsparungen kommen aber dem Mieter zu gute. In der Realität ist der Mieter oftmals nicht in der Lage, Aufschläge in der Kaltmiete für Sanierungsmaßnahmen zu tragen. Besonders sozial schwache Schichten werden so von einer nötigen Modernisierung ausgeschlossen.
Der Contractor Siegfried Walther vom Verband für Wärmelieferung e.V (VfW), sprach sich besonders für den Einsparungszielbereich fossile Primärenergie aus. Zudem erklärte er, dass auch kleinere Maßnahmen, wenn sie fachlich ausgeführt werden, einen klimarelevanten Beitrag leisten können.
In der Anschließenden Diskussion wurden unter anderem Maßnahmen vorgestellt, mit denen man beispielsweise denkmalgeschützte Gebäude durch Solaranlagen Energetisch günstiger gestalten könne. Zudem wurde auf die demografische Entwicklung sowie regional unterschiedliche Kaufkraft hingewiesen. Außerdem sei der zu stemmende Schuldenstand vieler Wohnungsgenossenschaften erheblich. Daraus ergebe sich, dass Stadtentwicklung keinesfalls nur auf die Innenstadtgebiete begrenzt sein sollte. Bei der Frage, wie die Energieeinsparung belegt werden soll, wurde sich für  den Bedarfsausweis ausgesprochen. Der Verbrauchsausweis würde zu stark vom Nutzerverhalten abhängen.
Johannes Lichdi ging noch einmal detailliert auf das vorher bereitgestellte Informationspapier zum GRÜNEN „Investitionsprogramm für Erneuerbare Wärme und Energieeinsparungen im Altbau“ ein.» Eckpunkte zum nachlesen (PDF)

  • 10 Jahre Laufzeit bei jährlich 40 Mio. EURO
  • Technikneutralität; keine Festlegung auf eine Technologie um den Wettbewerb zu fördern und damit die Effizienz zu steigern
  • Contractoren offen; es können sich Auftragsnehmer für Ihre Kunden direkt um die Förderung bewerben
  • Kumulation mit anderen Förderprogrammen; keine konkurrierende Förderung und damit Ausschluss von Fördermöglichkeiten
  • Beschränkung auf Sanierungs- und Erhaltungsgebiete, sowie Innenstadtlagen wird kritisch hinterfragt. Besser wäre eine Einflussnahme der Kommune  auf die Einsatzgebiete

Das „Investitionsprogramm für Erneuerbare Wärme und Energieeinsparungen im Altbau’ wurde von den versammelten Experten generell als wichtig und gut bewertet. Das Fachgespräch hat aber auch klar gemacht, dass es eines weiteren intensiven Austausches mit den relevanten Akteuren bedarf. Die GRÜNE-Landtagsfraktion bedankt sich Herzlich bei allen Teilnehmern für Ihren Einsatz und wird weiter konzentriert an der Fortentwicklung des Programms arbeiten.

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